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Das AKW Brokdorf soll mit rostanfälligen Brennstäben ans Netz gehen.

 

Aufruf zur Demonstration am Samstag,

dem 29. Juli 2017, 12 bis 13 Uhr,

vor dem Haupttor des AKW Brokdorf.

 

Die Dringlichkeit ergibt sich daraus, dass das AKW Brokdorf am Wochenende mit verstärkt zu Rostbildung neigenden Brennstäben wieder ans Netz gehen soll.

Der Betreiber PreussenElektra hat diese untauglichen Brennelemente gekauft und will sie unbedingt zur Gewinnsteigerung nutzen. Tüv und Atomaufsicht werden dem zustimmen.

 

Wir fordern: Keine weitere Nutzung von Hüllrohren des Typs M5

                        Leistungsabsenkung um 20 %

                        Keine Erhöhung der Wasserstoffkonzentration im Reaktorwasser

                        Überprüfung der Rostschichtdicken schon nach 6 Monaten

 

Befund bei der diesjährigen Revision: Bei mehr als 10 % der ausgemessenen Brennstäbe mit M5-Hüllrohren wurden nach dem letzten Zyklus (bereits nach 7 Monaten Betrieb) deutlich erhöhte Rostschichtdicken entdeckt. 10 Brennstäbe waren stärker verrostet als nach der Betriebsgenehmigung erlaubt ist. PreussenElektra hat also gegen Auflagen verstoßen. Auch die "Qualitätssicherung während der Herstellung der Brennelemente" hat offenbar versagt.

 

Auflagen der Atomaufsicht: Als Abhilfe gegen das verstärkte Rosten soll die Leistung um ganze 5 % gesenkt, die Geschwindigkeit der Leistungsänderungen halbiert, die Hüllrohre nach 8 Monaten inspiziert und die Wasserstoffkonzentration im Reaktorwasser um ca. 1 % erhöht werden (um das Rosten einzuschränken). Der Reaktor darf bereits seit dem 14. Juli mit Brennelementen, welche die fehlerhaften Brennstäbe enthalten, beladen werden.

 

Unsere Kritik: Die Überprüfung der Rostschichtdicken erfolgte erheblich seltener als in der Betriebsgenehmigung verlangt.

Die Ursachen für die dramatische Rostbildung - nämlich Verunreinigungen im Material der Hüllrohre (PreussenElektra nennt das verharmlosend "Sensitivitäten") - werden durch die Auflagen nicht behoben. Vielmehr wird an den Betriebsparametern herumgedoktort: Die Erhöhung des Wasserstoffgehalts führt zu einer verstärkten Versprödung, die ihrerseits zu Schäden an den Brennstäben führen kann.

Die Leistungsabsenkung um gerade mal 5 % ist zu gering. Ob sie überhaupt den gewünschten Erfolg hat, darf bezweifelt werden; denn seit der genehmigten Leistungserhöhung des AKW Brokdorf im Jahr 2006 gab es bis zum Jahr 2011 keine Rostprobleme und: es gibt gar keine Vergleichs-Messungen der Rostschichtdicken an M5-Hüllrohren aus der Zeit VOR der Leistungserhöhung. Der Tüv hielt die damalige Leistungserhöhung übrigens für völlig unproblematisch. Verstärkte Rostbildung gab es auch schon im Jahr 1994 an 32 Brennstäben vom Hüllrohrtyp PCA-1. Die betroffenen Brennelemente wurden vernünftiger Weise ausgemustert.

 

Unsere Bewertung: Das Vorgehen von Betreiber, Sachverständigen und Atomaufsicht ist fahrlässig. Bei Störfällen können die verrosteten Brennstäbe, die den Uran- und Plutonium-Brennstoff sowie die radioaktiven Spaltprodukte enthalten, platzen, so dass es zu einem schweren Unfall kommen kann.

Wir wollen Sicherheit statt trial and error!

 

Die sicherste Lösung ist die sofortige Stilllegung des AKW Brokdorf.

Das AKW Brokdorf wird (es gibt genügend erneuerbare Energie) für die Stromversorgung nicht benötigt, erzeugt aber immer weiter zusätzlichen Atommüll. Auch in Schleswig-Holstein wird jetzt nach einem Atommüllendlager gesucht.

 

Demonstriert am Samstag, dem 29. Juli, am AKW Brokdorf gegen das Wiederanfahren!

 

Die Initiatoren: Brokdorf-akut, Anti-Atomkraft Gruppe Dithmarschen

 

Hinweis: Die Demonstration ist angemeldet.

 

Januar 2017 Brennelementewechsel wenige Tage nach Auslaufen der Brennelementesteuer

Wenige Tage nach Auslaufen der Brennelementesteuer und nur 7 Monate nach der letzten planmäßigen Revision steht im AKW Brokdorf ein Brennelementewechsel an.

Dazu sagt die Wilstersche Zeitung :

Steuergeschenk für AKW Brokdorf
2017-02-02 Wilstersche Zeitung - Steuerg
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